Bevor eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen wird, sollten mittels Anamnese und körperlicher Untersuchung die Diagnose einer erektilen Dysfunktion gestellt und zugrunde liegende Ursachen ermittelt werden.
Vor dem Beginn jeglicher Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollten die behandelnden Ärzte den kardiovaskulären Status ihrer Patienten berücksichtigen, da mit sexueller Aktivität ein gewisses kardiales Risiko einhergeht (vgl. „Kontraindikationen“).
Es ist nicht bekannt, welcher Zeitabstand zur Einnahme von Levitra eingehalten werden muss, bevor - falls erforderlich - Nitrate sicher eingenommen werden können. Basierend auf dem pharmakokinetischen Profil einer 20 mg Einzeldosis, verabreicht an gesunde Probanden, liegen die Vardenafil Plasmaspiegel 24 Stunden nach Verabreichung bei <2 µg/l (Cmax ungefähr 20 µg/l). Bei den folgenden Patienten wurden 24 Stunden nach Verabreichung Vardenafil Plasmaspiegel gefunden, die 2- bis 5-mal höher lagen als bei gesunden Probanden: bei gleichzeitiger Einnahme von mässigen oder starken CYP3A4-Inhibitoren (Erythromycin, Ketoconazol, Indinavir), bei Patienten mit Leberinsuffizienz (z.B. Zirrhose) und bei Patienten über 65 Jahren.
Obwohl die Vardenafil Plasmaspiegel 24 Stunden nach Verabreichung viel niedriger liegen als die maximalen Plasmaspiegel, ist es unbekannt, ob zu diesem Zeitpunkt Nitrate sicher verabreicht werden können. Der Patient ist vom verschreibenden Arzt entsprechend zu informieren (vgl. „Interaktionen“ und „Kontraindikationen“).
Die gleichzeitige Anwendung von Vardenafil mit starken CYP3A4-lnhibitoren (wie Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Ritonavir, Indinavir) muss vermieden werden, da bei der Kombination dieser Arzneimittel sehr hohe Vardenafil-Plasmakonzentrationen erreicht werden (vgl. "Interaktionen'). Dasselbe gilt auch für eine gleichzeitige Therapie mit hochdosiertem Clarithromycin. Darüber hinaus ist bei gleichzeitiger Gabe zusammen mit mässig starken CYP3A4-Inhibitoren (wie Erythromycin, Clarithromycin) eine Anpassung der Vardenafil-Dosis erforderlich. Eine solche ist nur bei den Levitra Filmtabletten möglich. Levitra Schmelztabletten sind daher für diese Patienten nicht geeignet (vgl. "Dosierung / Anwendung).
Vardenafil besitzt vasodilatatorische Eigenschaften, die zu leichten und vorübergehenden Blutdrucksenkungen führen (vgl. "Eigenschaften / Wirkungen"). Patienten mit einer Obstruktion der linksventrikulären Ausstrombahn, zum Beispiel Aortenstenose und idiopathischer hypertrophischer Subaortenstenose, können empfindlich gegenüber gefässerweiternden Substanzen einschliesslich PDE-5-Inhibitoren reagieren.
Bei Patienten mit Synkopen oder orthostatischer Hypotonie in den letzten 6 Monaten, bei Zustand nach lebensbedrohlichen Arrhythmien oder bei unkontrollierter arterieller Hypertonie (systolischer Ruhe-RR ≥ 170mmHg) wurde Vardenafil nicht untersucht. Die Anwendung von Levitra SchmelztableIten wird daher bei solchen Patienten nicht empfohlen.
Die gleichzeitige Anwendung von Alpha-Rezeptorenblockern und Vardenafil kann bei einigen Patienten zu einer unerwünscht starken Blutdrucksenkung führen, da beide Arzneimittel gefässerweiternd wirken. Eine Begleitbehandlung mit Vardenafil sollte nur begonnen werden, wenn der Patient stabil auf die Alpha-Rezeptorenblocker Therapie eingestellt ist. Bei diesen Patienten sollte Vardenafil mit einer Anfangsdosis von 5 mg als Filmtablette begonnen werden. Levitra 10 mg Schmelztabletten eignen sich nicht als Anfangsdosis bei Patienten, die mit Alpha-Rezeptorenblocker behandelt werden. Darüber hinaus sollte Vardenafil nicht innerhalb von 6 Stunden nach Gabe des Alpha-Rezeptorenblockers eingenommen werden; hiervon ausgenommen ist der Alpha-Rezeptorenblocker Tamsulosin, für den eine solche Vorsichtsmassnahme nicht erforderlich sein sollte (vgl. „Interaktionen“). Bei Patienten, die bereits eine optimale Dosis Vardenafil einnehmen, sollte die Behandlung mit einem Alpha-Blocker in der niedrigsten Dosis begonnen werden.
Orale Einmalgaben von 10 mg und 80 mg Vardenafil führten im Mittel zu Verlängerungen des QTc Intervalls um 8 msec resp. 10 msec (vgl. „Eigenschaften / Wirkungen“). Bei Kombination von Vardenafil mit Substanzen, von welchen ebenfalls eine QT-verlängernde Wirkung bekannt ist, muss mit einer Verstärkung des Effektes auf die QT-Dauer gerechnet werden (vgl. „Eigenschaften / Wirkungen“). Vardenafil sollte – wie alle Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern können – bei Patienten mit entsprechenden Risikofaktoren, wie zum Beispiel Hypokaliämie, angeborener QT Verlängerung, gleichzeitiger Anwendung von Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Chinidin, Procainamid) oder der Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol) möglichst vermieden werden.
Im Zusammenhang mit der Einnahme von PDE-5-Inhibitoren (inklusive Levitra) wurde im Rahmen der Marktüberwachung über seltene Fälle von Störungen des Sehvermögens bis hin zur vollständigen Erblindung (vorübergehend oder permanent) berichtet, darunter auch über nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (non-arteritic anterior ischemic optic neuropathy; NAION). Die meisten, aber nicht alle der betroffenen Patienten, zeigten vorbestehende Risikofaktoren für die Entwicklung eines NAION wie tiefe Cup / Disc Ratio („crowded disc“), Diabetes, arterielle Hypertonie, Alter über 50, Koronarangiopathien, Hyperlipidämie oder Rauchen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann nicht bestimmt werden, ob die beobachteten Sehstörungen durch die Einnahme von PDE-5-Inhibitoren, durch vorbestehende Risikofaktoren bzw. Prädisposition der Betroffenen, durch eine Kombination all dieser Faktoren oder durch andere, noch unbekannte Faktoren verursacht worden sind. Demzufolge sind Patienten darauf hinzuweisen, dass sie bei Auftreten eines plötzlichen Sehverlusts auf einem oder beiden Augen alle PDE-5-Hemmer, einschliesslich Levitra, sofort absetzen und sich in ärztliche Behandlung begeben müssen. Weiter sollte der Arzt bzw. die Ärztin in diesem Zusammenhang den Patienten auch darüber aufklären, dass Personen, bei denen eine NAION bereits an einem Auge aufgetreten ist, ein erhöhtes NAION-Risiko aufweisen. Zudem ist zu erörtern, inwiefern die Anwendung von Vasodilatatoren wie z.B. PDE-5 Hemmern, bei diesem Personenkreis zu unerwünschten Wirkungen führen könnte (vgl. „Unerwünschte Wirkungen“).
In-vitro-Studien an menschlichen Thrombozyten ergaben Hinweise darauf, dass Vardenafil allein keine antiaggregatorischen Eigenschaften zeigt, bei höheren (d.h. über dem therapeutischen Bereich) Dosierungen aber die antiaggregatorische Wirkung des Stickstoffmonoxid-Donators Nitroprussid-Natrium verstärkt. Beim Menschen hat Vardenafil weder allein noch in Kombination mit Acetylsalicylsäure einen Effekt auf die Blutungszeit (vgl. „Interaktionen“).
Es liegen keine Daten über die Unbedenklichkeit der Verabreichung von Vardenafil an Patienten mit Blutungsstörungen oder aktiven peptischen Ulzera vor. Daher sollte Vardenafil diesen Patienten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Grapefruitsaft ist ein Anstieg der Vardenafil-Plasmakonzentrationen zu erwarten. Daher sollte diese Kombination vermieden werden (vgl. „Interaktionen“).
Bei Patienten mit anatomischen Missbildungen des Penis (z.B. Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosa, Peyronie-Krankheit) oder für Priapismus prädisponierenden Erkrankungen (z.B. Sichelzellenanämie, Plasmozytom, Leukämie), sollte die medikamentöse Therapie einer erektilen Dysfunktion mit Vorsicht erfolgen.
Vardenafil wurde bei Patienten mit ZNS-Erkrankungen nicht untersucht (Ausnahme: Patienten mit Rückenmarkverletzungen, vgl. „Eigenschaften / Wirkungen“). Dasselbe gilt für Patienten mit vermindertem sexuellem Bedürfnis sowie für Patienten nach operativem Eingriff im Beckenbereich (ausgenommen nervenerhaltende Prostatektomie), Beckentrauma oder Radiotherapie im Beckenbereich.
Die Sicherheit und Wirksamkeit einer kombinierten Anwendung von Levitra Schmelztabletten mit Levitra Filmtabletten oder anderen Therapien der erektilen Dysfunktion wurde nicht untersucht. Daher dürfen derartige Kombinationen nicht verwendet werden.
Um eine unbeabsichtigte Übertragung von Vardenafil auf die Partnerin zu verhindern, sollte ein direkter Kontakt vermieden werden, solange sich noch Tablettenreste in der Mundhöhle befinden. Insbesondere ist Vorsicht geboten, wenn die Partnerin unter einer Nitratbehandlung steht.
Levitra 10 mg Schmelztabletten enthalten Aspartam und können somit für Patienten mit Phenylketonurie schädlich sein.
Levitra 10 mg Schmelztabletten enthalten Sorbitol. Patienten mit einer seltenen erblich bedingten Fruktose Intoleranz sollen Levitra 10 mg Schmelztabletten nicht einnehmen.