Fachperson

Pharmakokinetik

Bioäquivalenzstudien zeigten, dass Levitra 10 mg Schmelztabletten und Levitra 10 mg Filmtabletten nicht bioäquivalent sind; daher sollten die Schmelztabletten nicht als äquivalent zu Levitra 10 mg Filmtabletten eingesetzt werden.

Absorption

Vardenafil wird schnell resorbiert. Bei Einnahme von Levitra 10 mg Schmelztabletten nüchtern und ohne Wasser variierte die mediane Zeit bis zum Erreichen von Cmax zwischen 45 und 90 Minuten. Die mittlere Vardenafil-AUC war unter den 10 mg Schmelztabletten aufgrund der lokalen Resorption einer geringen Arzneimittelmenge in der Mundhöhle gegenüber den Filmtabletten um 21 bis 29% (bei Patienten mit erektiler Dysfunktion mittleren und höheren Alters) bzw. um 44% (bei jungen gesunden Probanden) erhöht. Die Einnahme von Levitra 10 mg Schmelztabletten zusammen mit einer Mahlzeit mit hohem Fettgehalt hatte keinen Einfluss auf AUC und tmax von Vardenafil, während die Cmax um 35% verringert wurde. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse können Levitra 10 mg Schmelztabletten mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Wenn Levitra 10 mg Schmelztabletten mit Wasser eingenommen wurden, war die AUC um 29% reduziert, die Cmax blieb unverändert und die mediane tmax war gegenüber der Einnahme ohne Wasser um 60 Minuten verkürzt. Levitra 10 mg Schmelztabletten sollten daher ohne Flüssigkeit eingenommen werden.

Distribution

Das mittlere Verteilungsvolumen von Vardenafil im Steady State (Vss) beträgt 208 l, was auf eine Verteilung in die Gewebe hinweist. Vardenafil und sein wichtigster im Blutkreislauf zirkulierender Metabolit (M1) sind beide stark an Plasmaproteine gebunden (zu rund 95% für Vardenafil oder M1). Die Proteinbindung ist sowohl für Vardenafil als auch für M1 unabhängig von der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.

Bei gesunden Probanden wurde 90 Minuten nach Applikation von Vardenafil weniger als 0.00012% der verabreichten Menge im Sperma gefunden.

Metabolismus

Vardenafil wird überwiegend in der Leber durch CYP3A4 metabolisiert sowie in geringem Umfang durch CYP3A5 und CYP2C9 metabolisiert.

Der wichtigste zirkulierende Metabolit (M1) resultiert aus Deethylierung von Vardenafil und unterliegt einer weiteren Metabolisierung zu M4 und M5 mit einer Plasmahalbwertszeit von etwa 4 Stunden. Alle 3 Metaboliten sind aktiv. Anteile von M1 finden sich als Glukoronid im Blutkreislauf. Das Profil der Phosphodiesterase-Selektivität des Metaboliten M1 ist ähnlich dem von Vardenafil und weist in vitro eine Hemmwirkung für PDE-5 auf, die rund 28% derjenigen von Vardenafil beträgt.

Elimination

Die Gesamtkörperclearance von Vardenafil beträgt 56 l/h, die mittlere terminale Halbwertzeit nach Einnahme von Levitra 10 mg Schmelztabletten 4 – 6 Stunden. Die Eliminationshalbwertzeit des Metaboliten M1 beträgt 3 – 5 Stunden. Nach oraler Applikation wird Vardenafil nach Metabolisierung fast ausschliesslich über die Fäzes (rund 91-95% der verabreichten Dosis) und in geringerem Mass renal (rund 2-6% der verabreichten Dosis) ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Gesunde ältere Patienten (≥65 Jahre) zeigten im Vergleich zu jüngeren Patienten (18-45 Jahre) eine herabgesetzte hepatische Vardenafil-Clearance. Nach Einnahme von Levitra 10 mg Schmelztabletten war die AUC von Vardenafil um 31 bis 39%, die Cmax um 16 bis 21% höher als bei Patienten im Alter von 18-45 Jahren.

Bei einmal täglicher Einnahme von Levitra 10 mg Schmelztabletten über 10 Tage wurde weder bei den jüngeren noch bei den älteren Patienten eine Akkumulation von Vardenafil im Plasma beobachtet.

Niereninsuffizienz

Bei leichter bis mässiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance = 30-80 ‏ml/min) war die Pharmakokinetik von Vardenafil vergleichbar jener bei normaler Nierenfunktion. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ‏ml/min) waren verglichen mit Probanden mit normaler Nierenfunktion die mittlere AUC um 21% erhöht und die mittlere Cmax um 23% erniedrigt. Es wurde keine statistisch signifikante Korrelation zwischen der Kreatinin-Clearance und der Vardenafil-Exposition (AUC und Cmax) beobachtet (vgl. „Dosierung / Anwendung“).

Die Pharmakokinetik von Vardenafil bei dialysepflichtigen Patienten wurde nicht untersucht (vgl. „Kontraindikationen“).

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A und B) war die Clearance von Vardenafil proportional zum Grad der Leberfunktionsstörung herabgesetzt.

Im Vergleich mit gesunden Probanden waren bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A) die mittlere AUC und Cmax von Vardenafil um 17% bzw. 22% erhöht.

Im Vergleich mit gesunden Probanden waren bei Patienten mit mässigen Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh B) die mittlere AUC um das 2.6-fache und Cmax von Vardenafil um das 2.3-fache erhöht. Die Pharmakokinetik von Vardenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) wurde nicht untersucht (vgl. „Kontraindikationen“).